{"id":1692,"date":"2015-06-20T10:37:50","date_gmt":"2015-06-20T08:37:50","guid":{"rendered":"https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/?p=1692"},"modified":"2018-11-16T16:42:29","modified_gmt":"2018-11-16T15:42:29","slug":"arcoptix-neuenburger-tueftler-erschaffen-einzigartige-apparate","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/de\/2015\/06\/20\/arcoptix-neuenburger-tueftler-erschaffen-einzigartige-apparate\/","title":{"rendered":"ARCoptix: Neuenburger T\u00fcftler erschaffen einzigartige Apparate"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1695\" src=\"https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p-678x1016.jpg\" alt=\"\" width=\"678\" height=\"1016\" srcset=\"https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p-678x1016.jpg 678w, https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p-200x300.jpg 200w, https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p-768x1151.jpg 768w, https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p-1068x1601.jpg 1068w, https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p-180x270.jpg 180w, https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/DSC4248.NEF_.p.jpg 1468w\" sizes=\"auto, (max-width: 678px) 100vw, 678px\" \/><\/strong><\/p>\n<p><strong>ARCoptix Success Story 2015<\/strong><\/p>\n<p>Bereits die erste Neuentwicklung aus dem Hause ARCoptix verkaufte sich wie von selbst. Dann aber folgten Krisen, welche das Hightech-Unternehmen auch dank eines zinslosen Darlehens der Stiftung STI meistern konnte. Heute, zehn Jahre nach der Firmengr\u00fcndung, sind die Neuenburger T\u00fcftler die ersten, die das F\u00f6rdergeld vollst\u00e4ndig an die STI zur\u00fcckbezahlt haben und sich erfolgreich am Markt durchsetzen konnten. Das Geheimnis des Erfolgs: Das Unternehmen versteht es, Ger\u00e4te zu bauen, an denen andere weltweit scheitern.<\/p>\n<p>Laptops, Papiere, elektronische Bauteile, Kabel und Bonbon-Papierchen liegen auf Schreibtischen und Arbeitsplatten \u00fcber- und ineinander verkn\u00e4ult wie abstrakte Kunst. Auf so manchen Oberfl\u00e4chen hat sich eine Schicht Staub niedergelassen und mehr davon tanzt in der Luft herum. \u00abKreatives Chaos\u00bb, k\u00f6nnte man es nennen. Die Mitarbeiter von ARCoptix konzentrieren sich auf das einzig Wichtige: die Weiterentwicklung ihrer Hightech-Ger\u00e4te.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein Kontrast nur wenige Meter weiter: im Herz der Firma. Im Produktionsbereich, wo ein Teil der Instrumente zusammengebaut wird, von deren Entwicklung und Verkauf die Firma lebt. Hier ist es peinlich sauber. Der Bereich ist mit Plastikfolie hermetisch abgeschlossen, eine L\u00fcftung \u00fcber dem Eingang sorgt daf\u00fcr, dass auch beim hinein und hinaus gehen kein Staub durchkommt. Dies ist n\u00f6tig: Die optischen Instrumente \u2013 von aussen unscheinbare K\u00e4stchen \u2013 bergen in ihrem Innern empfindliche Elemente aus Fl\u00fcssigkristallen. Gelangt ein einziges Staubkorn hinein, leiden Zuverl\u00e4ssigkeit und Pr\u00e4zision. \u00abDas kann man sich nicht leisten, wenn man solche Ger\u00e4te verkaufen will\u00bb, sagt Gerben Boer, CEO des von der Stiftung STI gef\u00f6rderten Unternehmens.<\/p>\n<p>Bereits das erste Produkt von ARCoptix war ein Unikat: ein sogenannter Radialer Polarisationsumwandler. Dessen Kernst\u00fcck ist ein Modul aus Fl\u00fcssigkristallen, mit dem sich Laserlicht ringf\u00f6rmig fokussieren l\u00e4sst. Das n\u00f6tige Know-how f\u00fcr dessen Entwicklung hatten sich die vier Physiker und Ingenieure von ARCoptix bereits w\u00e4hrend ihrer Forschungst\u00e4tigkeit an verschiedenen Schweizer Hochschulen angeeignet. \u00abNoch heute ist es weltweit das einzige seiner Art auf dem Markt\u00bb, sagt Gerben Boer. Kaum war der Lichtumwandler 2005 auf der Website zum Kauf angeboten, trudelten denn auch ganz ohne Marketingmassnahmen die ersten Bestellungen ein \u2013 meist von ausl\u00e4ndischen Universit\u00e4ten und Forschungsanstalten. Rasch brachte die Neuenburger Firma zudem weitere Fl\u00fcssigkristall-Produkte auf den Markt. \u00abDiese waren einfach und g\u00fcnstig herzustellen\u00bb, sagt CEO Boer. \u00abSie erm\u00f6glichten uns einen komfortablen Start ins Business.\u00bb<br \/>\nDen Erl\u00f6s aus den Fl\u00fcssigkristall-Ger\u00e4ten investierten die Jungs von ARCoptix indes samt und sonders in ihr eigentliches Steckenpferd: die Entwicklung von Spektrometern. Diese werden bereits seit Jahrzehnten zur Analyse von Substanzen genutzt, etwa in der Lebensmittelindustrie, der Medizin oder zum detektieren von Umwelt-Schadstoffen. Doch lange Zeit waren die Ger\u00e4te gross und sperrig. \u00abDie Herausforderung besteht darin, sie viel kompakter, aber dennoch pr\u00e4zise und widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber Vibrationen und Temperatur\u00e4nderungen zu bauen\u00bb, erkl\u00e4rt der Physiker Boer.<\/p>\n<p><b>Brotloses Prestigeobjekt<\/b><\/p>\n<p>Also machten sich die T\u00fcftler von ARCoptix an die Entwicklung eines komplett neuartigen Instruments, das bis dahin noch niemand zu konstruieren geschafft hatte: ein sogenanntes MEMS-Spektrometer. MEMS steht f\u00fcr Mikro-Elektro-Mechanisches System. Die Idee war, ein miniaturisiertes, nur wenige Millimeter grosses Spektrometer zu bauen, welches in tragbare Analyseger\u00e4te eingebaut werden k\u00f6nnte. Es sollte zudem ein Fourierspektrometer sein, eine spezielle Variante, die schneller und genauer misst als herk\u00f6mmliche Ger\u00e4te. Dank viel Herzblut und \u00abdem Genie\u00bb Ingenieur Steeve B\u00fchler, wie CEO Boer sagt \u2013 gelang es. ARCoptix hatte das erste MEMS-Fourierspektrometer der Welt entwickelt. \u00abVon \u00fcberall her kamen Spektrometer-Hersteller nach Neuenburg, um sich das anzusehen\u00bb, erz\u00e4hlt Boer. Doch es bleib beim Anschauen. Soviel Prestige das MEMS-Ger\u00e4t den Entwicklern auch einbrachte, der erhoffte finanzielle Erfolg blieb aus. Lediglich 30 bis 40 Ger\u00e4te wurden abgesetzt. \u00abEs gab daf\u00fcr einfach zu wenige praktische Anwendungen\u00bb, sagt Boer. Im Jahr 2010 stand die Firma auf wackligen Beinen. \u00ab150 000 Franken Verlust schrieben wir in diesem einen Jahr\u00bb, erinnert sich der CEO. Denn um die mittlerweile auf acht Mitarbeiter angewachsene Firma zu ern\u00e4hren, brachten allein die Fl\u00fcssigkristallprodukte nicht genug ein.<\/p>\n<p>Besonders w\u00e4hrend dieser kritischen Zeit sei die Unterst\u00fctzung von der Stiftung STI unentbehrlich gewesen, sagt der Mann, der bei ARCoptix f\u00fcr das Finanzielle zust\u00e4ndig ist, Toralf Scharf. \u00abMehr sogar als der R\u00fcckhalt durch das zinslose Darlehen von 300 000 Franken half uns der von der Stiftung gestellte Business-Coach\u00bb, sagt Scharf. Dieser war selbst ein Entrepreneur, der schon mehrmals Firmen gegr\u00fcndet und verkauft hatte, und verstand die Eigenart von ARCoptix mit den zwei grundverschiedenen Produktgruppen Fl\u00fcssigkristall-Instrumente und Spektrometer. \u00abEine solches Mischkonzept in verschiedenen Sparten h\u00e4tten viele andere Coaches nicht akzeptiert\u00bb, sagt Toralf Scharf. Der STI-Coach aber sah es als St\u00e4rke. Unter seiner Anleitung wurde die Firma wieder verkleinert, gleichzeitig aber die Entwicklung von weiteren Instrumenten mit voller Kraft voran getrieben.<\/p>\n<p>Und diesmal achtete ARCoptix besser darauf, sich an den Kundenbed\u00fcrfnissen zu orientieren. Noch im Jahr 2010 brachten die Neuenburger ihr heutiges Flaggschiff-Produkt auf den Markt: das kleinste Fourier-Infrarotspektrometer der Welt. Im Vergleich mit konventionellen Infrarotspektrometern lassen sich damit kleinere Mengen von Substanzen analysieren, und das in h\u00f6herer Aufl\u00f6sung. Wichtig sei zudem der modulare Aufbau der Ger\u00e4te, sagt CEO Gerben Boer. Dadurch k\u00f6nnen die Kunden die Spektrometer spezifisch an ihre Messprobleme angepasst einsetzen. Das ist es auch, was das Instrument von ARCoptix auszeichnet: \u00abWenn jemand einen modularen Spektrometer-Aufbau will, hat er nicht die Wahl \u2013 wir bieten als einzige eine L\u00f6sung an\u00bb, sagt Boer. Mit ihrem Coup sicherten sich die Neuenburger auch gleich den mit 500 000 Franken dotierten Innovationspreis der Neuenburger Kantonalbank.<\/p>\n<p>Inzwischen, zehn Jahre nach der Gr\u00fcndung der Firma, schauen die Mannen von ARCoptix gelassen in die Zukunft. Sie haben mehrere High-End-Spektrometer im Angebot und steigern ihren Gewinn j\u00e4hrlich um 15 Prozent. Davon fliesst nach wie vor ein Drittel in die Weiterentwicklung ihrer Spektrometer oder in die Entwicklung neuer Ger\u00e4te. Ein \u00dcbernahme-Angebot eines gr\u00f6sseren Konkurrenten haben sie j\u00fcngst ausgeschlagen. Daf\u00fcr f\u00fchlen sich die T\u00fcftler in ihrem Reich zu wohl.<\/p>\n<p>https:\/\/sti-stiftung.ch\/wcms\/de\/portfolio\/arcoptix\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ARCoptix Success Story 2015 Bereits die erste Neuentwicklung aus dem Hause ARCoptix verkaufte sich wie von selbst. 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